Move ist die erste Ausstellung, die das Zusammenspiel von Kunst und Tanz unter dem Aspekt der Choreografie, dem Erfinden und Gestalten von Bewegungsabläufen, betrachtet hat. Sie vereinte Installationen von Künstlern und Choreografen, die sich nur dann in ihrer ästhetischen Qualität und Intention erfahren ließen, wenn der Besucher bestimmte Bewegungen vollführte. Die choreografische Ausgangsidee dieser Arbeiten ist, dass sich der Besucher mit Bewegungen, zu denen das Werk auffordert, zum Bestandteil des Werks macht und er dessen Idee realisiert.
Die Ausstellung zeigte, dass Choreografie nicht nur über das Notieren oder Dokumentieren von Bewegungsabläufen, sondern ebenso durch skulpturale Arbeiten und Installationen erfolgen kann, wenn der Besucher beispielsweise erst durch die Streckung seines Körpers oder durch sein Gewicht oder Balanceübungen eine Installation in ihrem Potenzial "verwirklicht".

Solcherlei Begegnungen mit Objekten im Raum verändern gleichzeitig die Selbstwahrnehmung des Besuchers als eines lebendigen Parts des Werks und irritieren darüber hinaus seine Erwartungen an den üblicherweise Distanz verlangenden Umgang mit Kunstobjekten. Gezeigt wurden Arbeiten seit den 1960er Jahren, angefangen bei den Korridorarbeiten Bruce Naumans, die sich mit der Reduktion von Mobilität auseinandersetzen, bis hin zu Werken wie "The Fact of Matter" (2009) von William Forsythe, einem Raum mit hunderten von Gymnastikringen, durch die der Besucher klettern kann und seine Körpermaße, seine Stärke und Koordination erproben kann.
Historische Werke bzw. deren Rekonstruktionen standen neben neuen Arbeiten, die speziell für diese Ausstellung geschaffen wurden. Ein umfangreiches Performanceprogramm außerhalb der Ausstellungsräume ergänzte die Ausstellung.

Kuratorin: Stephanie Rosenthal

Künstler/innen Tanz (Co-Kuratiert von Nicky Molloy):
Boris Charmatz (France) , Anna Halprin (USA), Vera Mantero and Rui Chafes (Brazil), Alain Buffard (France), Maria La Ribot (Spain/ Switzerland), Miguel Pereira (Portugal), Andreaa Bozic (Croatia/Holland), Rosemary Butcher (UK)

Ausstellung:
Pablo Bronstein (UK), Tania Bruguera (Cuba), Boris Charmatz (France), Lygia Clark (Brazil), Trisha Donnelly (USA), William Forsythe (USA/Germany), Dan Graham (USA), Simone Forti (USA), Christian Jankowski (Germany), Isaac Julien (UK), Maria La Ribot (Spain/ Switzerland), Mike Kelley (USA), Xavier Le Roy (France), Robert Morris (USA), Bruce Nauman (USA), João Penalva (Portuguese), Tino Sehgal (Germany/UK), Franz Erhard Walther (Germany), Franz West (Austrian)

Teil des Archivs (Co-Kuratiert von André Lepecki):
Marina Abramovic (Serbia), Vito Acconci (USA), Nevin Aladag (Turkey), Pina Bausch (Germany), Samuel Beckett (Ireland), George Brecht (USA), Trisha Brown (USA), Merce Cunningham (USA), Valie Export (Austria), João Fiadeiro (Portugal), Simone Forti (USA), Gutai Group (Japan), Rebecca Horn (German), Allan Kaprow (USA), Yves Klein (France), Vera Mantero (Portugal), Tom Marioni (USA), Ivana Muller (Croatia/Netherlands/France), Brian O’Doherty (Ireland), Steve Paxton (USA), William Pope.L (USA), Yvonne Rainer (USA), Robert Rauschenberg (USA), Pipilotti Rist (Switzerland), Robin Rhode (South Africa/Germany), Li Wei (China)

Veranstaltungsorte und -zeitraum:
Hayward Gallery, Southbank Center, London (GB) 13. Oktober 2010 - 9. Januar 2011
Haus der Kunst, München 4. Februar - 15. Mai 2011

Kon­takt

The Hayward

Belvederer Road

SE1 8XX London

Großbritannien