Die Innenstadt Neubrandenburgs in Mecklenburg-Vorpommern wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört. Dies und der Zuzug zahlreicher Fachkräfte während der DDR-Zeit bedingten, dass sich die Stadt ab den 1950er baulich sehr schnell veränderte: Zahlreiche Architekten und Bauingenieure, unter ihnen Otto Bartning, Heinrich Tessenow und Ulrich Müther, haben ihre Spuren in Form von solitären Gebäuden sowie Bauensembles hinterlassen. Wenngleich viele dieser Gebäude als Architekturbeispiele der Moderne unter Denkmalschutz stehen, ist deren heutigen Nutzern sowie den Stadtbewohner/innen die architekturhistorische Bedeutung oftmals nicht bewusst. Das Projekt „Nur Beton? Moderne in Neubrandenburg“ möchte daher den Blick der Bürger/innen dafür öffnen und sie einladen, sich an den Debatten über den zukünftigen Umgang mit dem Bauerbe zu beteiligen.

In Kooperation mit den gegenwärtigen Nutzern der Gebäude sowie mit städtischen Interessengruppen wie der Architektenkammer, den ehemaligen Bauleuten, dem Bauamt, der Denkmalpflege oder dem Stadtarchiv wird sich das Projekt mit der Stadtentwicklung im 20. Jahrhundert auseinandersetzen. Es will Neugier für die Gebäude und für deren bekannten wie unbekannten Erbauer wecken, deren Nutzer/innen zu Wort kommen lassen und zugleich den städtischen Strukturwandel mit seinen Herausforderungen thematisieren. Dafür ist etwa eine gemeinsame Veranstaltungsreihe an unterschiedlichen Standorten geplant, die sich mit den gegenwärtigen Baunutzungen und Perspektiven für die Zukunft beschäftigen wird. Zudem soll eine Sonderausstellung im Regionalmuseum Neubrandenburg auf die Bedeutung der Architektur aufmerksam machen. Die Projektergebnisse sollen über den Förderzeitraum hinaus analog und digital zugänglich gemacht werden sowie in die Dauerausstellung einfließen.

Projektpartner: Evangelische Kirchengemeinde St. Michael Neubrandenburg, Katholische Kirchgemeinde St. Josef – St. Lukas Neubrandenburg, Veranstaltungszentrum Neubrandenburg GmbH, Stadt Neubrandenburg/Untere Denkmalschutzbehörde, Hochschule Neubrandenburg und weitere

Stadt­ge­fähr­ten – Fonds für Stadt­mu­se­en

Mit dem Fonds Stadtgefährten fördert die Kulturstiftung des Bundes Museen mit orts- oder regionalgeschichtlichem Schwerpunkt, die gemeinsam mit den Bewohner/innen vor Ort aktuelle Themen aufgreifen.

Kon­takt

Regionalmuseum Neubrandenburg

Treptower Straße 38 
17033 Neubrandenburg 
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Projektleitung

Christoph Biallas
Tel.: +49 (0)395 555 1270

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