Sachsen-Böhmen. So nah – so fern

Ein Kulturaustausch – gefördert im Programm Fellowship Internationales Museum

Die transregionale Geschichte von Böhmen und Sachsen in prähistorischer und frühgeschichtlicher Zeit bildete den Ausgangspunkt für ein epochenübergreifendes Ausstellungsprojekt, das die Entwicklung der heutigen Kulturlandschaft(en) verdeutlichen wollte: Was fanden die frühesten Menschen und ersten Siedler in der Steinzeit vor? Wie nutzten und veränderten sie allmählich ihre Umwelt? Wie entwickelte sich der Kulturaustausch durch Migration, Religion, Kunst, Exil, Wirtschaft, Ethnizität, Sprache und Herrschaft? Das Projekt erarbeitete ein facettenreiches Bild des regionalen Wandels und zeugte von vieldimensionalen und polyvalenten Beziehungen und Verflechtungen beider Regionen.

Das Konzept verlangte eine grenzüberschreitende Auseinandersetzung mit der sächsisch-böhmischen Geschichte, die in einer Zusammenarbeit verschiedener Institutionen beider Regionen geleistet wurde. Dies schloss die Kopplung verschiedener Disziplinen wie Archäologie, Geschichte, Kunst- und Kulturgeschichte und europäischer Ethnologie mit ein. Grundlage für die wissenschaftliche Vernetzung war ein bilateraler Workshop in Prag. Ein Fellow aus Tschechien begleitete das Projekt von Beginn an. Die Ausstellung wurde in Chemnitz und Prag gezeigt.

Mit dem Programm Fellowship Internationales Museum

ermöglichte die Kulturstiftung des Bundes Gastkuratoren und Wissenschaftlern aus dem Ausland für eine Dauer von 18 Monaten an einem Museum oder einer öffentlichen Sammlung in Deutschland zu arbeiten.

Martin Musílek, Fellow am Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz

Dr. Martin Musílek (*1980) ist Historiker und Kurator. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Wirtschafts-, Sozial- und Individualgeschichte im Mittelalter. Nach seinem Studienabschluss war er Wissenschaftler in verschiedenen Projekten der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik und der Philosophischen Fakultät in Prag. Nach seiner Promotion an der Karls Universität Prag war er 2015 Interimsleiter der Abteilung Böhmische Geschichte am Nationalmuseum Prag. Während dieser Zeit konzipierte er die Ausstellung „Johannes Hus und sein Erbe“. Als Fellow wirkte er an dem Projekt „Sachsen-Böhmen. So nah – so fern“ mit.

Termine

  • 28. September, 2018 bis 31. März, 2019: Ausstellung "SACHSEN BÖHMEN 7000 - Liebe, Leid und Luftschlösser"

    Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz, Chemnitz

Kontakt

Staatliches Museum für Archäologie Chemnitz

Stefan-Heym-Platz 1
09111 Chemnitz

www.smac.sachsen.de (externer Link, öffnet neues Fenster)