Im Vordergrund der großen Einzelausstellung des Malers und Bildhauers Thomas Scheibitz stand die menschliche Figur. Der in Radeberg geborene, international etablierte Künstler vertritt eine konzeptionelle Form der Malerei, die sich auffällig von der figurativen Malerei der Leipziger Schule unterscheidet. Scheibitz erforscht die Grenze zwischen Abstraktion und Figürlichkeit und bezieht Formanregungen aus Manierismus, Surrealismus und Kubismus. Auch Motive und Themen aus Alltags- und Popkultur, Architektur oder Design fließen in seine Arbeiten ein.
In den Räumen des Frankfurter Museums für Moderne Kunst wurden Malerei, Papierarbeiten, Skulpturen und erstmals auch Sekundärmaterial gezeigt. Letzteres versammelte Teile des persönlichen Archivs von Scheibitz, der seit Beginn seiner künstlerischen Laufbahn Fundstücke sammelt und archiviert, um sie als Vorlage für seine Bildsprache zu verwenden.
Ein Ausstellungsraum widmete sich den Zeichnungen des Künstlers, die für ihn eine Mittelstufe zwischen der ersten Idee und der Ausführung eines Gemäldes in Farbe oder in Werkstoffen bei Skulpturen sind. Mit den Zeichnungen und dem Archiv legte die Ausstellung den Fokus auf die verschiedenen Stufen in Scheibitz’ künstlerischem Schaffen, das sich oft über einen langjährigen Prozess erstreckt, der von der ersten Idee bis hin zu einem Gemälde mit präzisem Bildaufbau aus geometrischen Formen reicht.
Ziel der Ausstellung war die Aufarbeitung des vielschichtigen Œuvres des Künstlers. Die Werkschau dokumentierte seine malerisch-konzeptionelle Entwicklung und spezifische Formfindung. Ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm und eine deutsch-englische Publikation begleiteten die Ausstellung.

"Thomas Scheibitz. One-Time Pad" ist eine Kooperation mit dem BALTIC – Centre for Contemporary Art in Gateshead (England), wo die Ausstellung von Juli bis November 2013 zu sehen sein wird.

Künstlerische Leitung: Susanne Gaensheimer
Künstler: Thomas Scheibitz

Kon­takt

MMK Museum für Moderne Kunst

Domstraße 10

60311 Frankfurt

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