Die Bedeutung des Begriffes Dilettant hat sich über die Jahrhunderte stark gewandelt: Ursprünglich bezeichnete er den ungeschulten Künstler, Kunstliebhaber oder wissenschaftlichen Amateur, der sich liebhaberisch – ohne das Metier zu beherrschen – einer Sache widmete, um sich daran zu erfreuen (lat. delectare = erfreuen). In sein Gegenteil verkehrt, ist der Dilettant heute der Nichtfachmann oder – schlimmer – der Unheil anrichtende Stümper. „Der Dilettant verhält sich zur Kunst wie der Pfuscher zum Handwerk“, erklären Goethe und Schiller 1799 in ihrer Schrift „Über den Dilettantismus“ und setzen ihn in Opposition zum Genie.
Die Künste verdanken jedoch dem Laienhaften, Unstudierten und Autodidaktischen wesentliche Impulse und Erkenntnisse. Man denke nur an Konkrete Poesie und Musik, Dada, Punk oder Fluxus. Die Ausstellung lud Künstler/innen ein, die mit der Idee des Dilettantismus spielen oder sich in Bereichen betätigen, für die sie kein Expertenwissen besitzen. Sie versuchte die Möglichkeiten und Freiheiten eines dilettantischen Herangehens zu zeigen, wenn es darum geht, neue Einsichten und Erfahrungen zu gewinnen oder ungewohnte Perspektiven einzunehmen. Zur Veranstaltungsreihe Dilettanten-Stadl waren Wissenschaftler, Künstler und Kunstsammler geladen, darunter der Sammler Harald Falckenberg und der Künstler Mark Dion, für den der Dilettantismus eine zentrale Arbeitsmethode darstellt.
Die Ausstellung in Leipzig wurde von einem facettenreichen, interdisziplinären Veranstaltungsprogramm begleitet, zu dem u.a. Konzerte, Kochaktionen, Performances und Vorträge gehörten. Dieses gipfelte vom 9. bis zum 11. November 2012 in einem Festival und einer Messe des Dilettantismus.

Künstlerische Leitung: Frank Motz
Künstler/innen: Bernard Akoi-Jackson (GH), Hagen Betzwieser (DE), Ian Bourn (GB), Jeanette Chavez (CU), Mark Dion (US), Anna Gierster (DE), Kel Glaister (AU), Karl Hans Janke (DE), Eleni Kamma (GR), Adam Knight (GB) und Simone Bogner (DE), Paul Etienne Lincoln (GB), Rory Macbeth (GB) und Laure Prouvost (FR), Per Olaf Schmidt (DE), Peter Haakon Thompson (US), Thomas Tudoux (FR), Nomeda und Gediminas Urbonas (LT/US)
 

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