In ihrer langen Stadtgeschichte erlebte die brandenburgische Kleinstadt Templin mehrfach Einschnitte durch Großfeuer, Pestepidemien oder eine Flutkatastrophe – und hat sich daraufhin immer wieder neu erfunden. Heute steht die Stadt ebenfalls vor große Herausforderungen: Angesichts wirtschaftlicher Strukturschwäche, hoher Arbeitslosigkeit sowie dem steigenden Altersdurchschnitt bei gleichzeitigem Bevölkerungsrückgang kämpft Templin darum, bisherige Einwohner/innen zum Bleiben zu bewegen und neue Einwohner/innen zu gewinnen. Das Museum für Stadtgeschichte möchte im Hinblick auf das 750-jährige Stadtjubiläum im Jahr 2020 sich an diesem Prozess beteiligen. Gemeinsam mit seinen lokalen Partnern, dem Uckermärkischen Nationaltheater Kulturgut Metzelthin, dem Multikulturellen Centrum und Templiner Bürger/innen, führt es ein Recherche- und Kunstprojekt zum Thema Heimat und Stadtentwicklung durch. Hierbei wird es darum gehen, die gegenwärtigen und historischen Motive für Ab- und Zuwanderung zu identifizieren und einen breiten Dialog über die Zukunft der Stadt anzustoßen.

Zunächst werden individuelle Geschichten gesammelt, Gespräche und Interviews geführt und es wird in Archiven geforscht. In diese Recherchearbeit sind Menschen aus der Stadtgesellschaft involviert, die unter Anleitung des Projektteams gemeinsam eine Materialsammlung erstellen. Diese Materialsammlung soll im nächsten Schritt in verschiedenen künstlerischen Formaten aufgegriffen und weiterbearbeitet werden: Zum einen ist eine multimediale Ausstellung geplant, die gemeinsam mit Stadtbewohner/innen erarbeitet wird und sowohl im Museum als auch im öffentlichen Raum gezeigt werden soll. Zum anderen wird sich ein Dokumentarfilm den Herausforderungen Templins widmen und zugleich die Projektarbeit thematisieren. Darüber hinaus werden in einem multimedialen Schülerprojekt Video- und Audioporträts Templiner Bürger/innen entstehen, die in einer Installation künstlerisch präsentiert werden sollen. Außerdem wird ein Theaterstück entwickelt werden, das sich mit der Lebenssituation, mit den Perspektiven, den Sehnsüchten und den Ängsten der Bewohner/innen Templins und der umliegenden Region auseinandersetzt. Es soll von interessierten Bürger/innen und Schauspieler/innen des Uckermärkischen Nationaltheaters im multikulturellen Zentrum Templin sowie im Kulturgut Metzelthin aufgeführt werden.

Partner: Uckermärkisches Nationaltheater Kulturgut Metzelthin, Multikulturelles Centrum Templin

Stadt­ge­fähr­ten – Fonds für Stadt­mu­se­en

Mit dem Fonds Stadtgefährten fördert die Kulturstiftung des Bundes Museen mit orts- oder regionalgeschichtlichem Schwerpunkt, die gemeinsam mit den Bewohner/innen vor Ort aktuelle Themen aufgreifen.

Kon­takt

Museum für Stadtgeschichte Templin

Prenzlauer Allee

17268 Templin

 

Projektleitung

Susanne Hertrich, Annika Klügel

Tel.: +49 (0)3987 200 0526
E-Mail