Die Grenzen zwischen darstellender und bildender Kunst verflüssigen sich immer mehr. Theater- und Kunstformate, die interdisziplinäre Ansätze verfolgen, schaffen neue partizipative und immersive Besuchserlebnisse. Klassische Institutionen, insbesondere (Stadt-)Theater sind bisher allerdings kaum in der Lage, diesen neuen künstlerischen Positionen Raum zu geben. Eine adäquate Umsetzung scheitert nicht zuletzt an den strukturellen und räumlichen Gegebenheiten der etablierten Spielstätten.

Das dreitägige Festival „Inbetween“ rückt diese Leerstelle ins Zentrum und lädt das Publikum ein, Theaterformate kennenzulernen, die bisher nur selten in Theatern zu sehen sind. Präsentiert wird eine Auswahl internationaler Arbeiten, die mit neuen Zeit- und Raummodellen experimentieren, die Grenze zwischen Bühne und Zuschauerraum sprengen und alternative Formen der Zuschauereinbindung erproben. Zu erleben gibt es u.a. eine Live-Art-Performance von Jonathan Meese, die Mixed-Media-Installation „Eurydike“ von Evelyn Hriberšek und die begehbare Installation „The Situation Room“ von Franz Reimer.  

Auf Grundlage der präsentierten Arbeiten reflektiert das Festival in einem zweiten Programmteil die Institution des (Stadt-)Theater im Rahmen eines öffentlichen Diskurses. Vorträge, Lectures und offene Diskussions- und Gesprächsrunden ermöglichen es, mit Kunstschaffenden, Kuratoren und Wissenschaftlerinnen in einen Dialog über Erfahrungen, methodische Ansätze, Best-Practice-Beispiele und Perspektiven aus dem In- und Ausland zu treten. Gemeinsam mit allen Teilnehmenden sollen Visionen für ein neues Theater entworfen werden, das in der Lage ist, die veränderten Herausforderungen auch institutionell abzubilden und neue Modelle und künstlerische Formate nachhaltig zu implementieren. Das Theater Dortmund selbst verfolgt für die Dauer des Festivals eine strukturelle Öffnung auf allen Ebenen: erstmals werden alle Räumlichkeiten des Theaters, vom Foyer bis zu den Proberäumen, eingebunden. Als Ausstellungsfläche und Bühne für die installativen und performativen Arbeiten sind die Räume auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten für Besucher zugänglich.

Während in Dortmund die transdisziplinäre Annäherung von darstellender und bildender Kunst von Seiten eines Theaters beleuchtet wird, untersucht das Kunsthaus Graz im Rahmen eines künstlerischen und diskursiven Programms die zunehmende Bedeutung von Performativität und szenischen Darstellungsformen im Kontext der bildenden Künste. In Rahmen der Kooperation beider Häuser werden ausgewählte Arbeiten aus dem jeweiligen Programm sowohl in Dortmund als auch in Graz präsentiert. Mit der Kunstuniversität Graz entstehen im Vorfeld des Festivals außerdem szenische Arbeiten mit Schauspielstudierenden, die auf historischen Performances basieren.

Künstlerische Leitung: Dirk Baumann
Beteiligte: Inke Arns, Sebastian Blasius, Dorothea von Hantelmann, Julian Hetzel, Evelyn Hriberšek, Katleen van Langendonck, Jonathan Meese, Markus Öhrn, Britta Peters, Franz Reimer

  • Termine

    03.04. –
    05.04.2020

    Festival

    Schauspiel Dortmund | Dortmund

Kon­takt

Theater Dortmund

Theaterkarree 1-3
44137 Dortmund

www.theaterdo.de