Das Tanztheaterprojekt griff die Idee der berühmt gewordenen Theaterinszenierung Le Bal des Théâtre du Campagnol aus den 1980er Jahren auf. Die Tanzschau thematisiert die französische Gesellschaftsgeschichte und wurde mit großem Erfolg von Ettore Scola verfilmt ("Le Bal", 1983). In chronologisch gereihten, episodenhaften Szenen begegnen sich in einem Ballsaal Menschen, die in ihren Geschichten, ihrer Mode und der Musik, zu der sie tanzen, ihre jeweilige Generation und den Zeitgeist repräsentieren. Das französische Vorbild wurde international vielfach adaptiert, in Deutschland bezeichnenderweise zweimal: Die westdeutsche Inszenierung von Jochen Schölch und die ostdeutsche von Steffen Mensching erzählen jeweils die Geschichte "ihres" deutschen Staates.

Mit der Neubearbeitung des Stückes, die das ursprünglich ausschließlich nonverbale Tanztheater um Dialoge erweitert, inszenierten Nurkan Erpulat und Tunçay Kulaoglu eine gesamtdeutsche Fassung, die Arbeitsmigration in der deutsch-deutschen Nachkriegsära thematisierte. Rund 50 Jahre nach dem berühmten Anwerbeabkommen zwischen Deutschland und der Türkei brachte dieses musikalische Schauspiel verschollen geglaubtes Liedgut und dokumentarischem Material auf die Bühne.

Künstlerische Leitung: Shermin Langhoff
Regie: Nurkan Erpulat (TR)
Musikalische Leitung: Tobias Schwencke
Dramaturgie: Tunçay Kulaoglu
Ausstattung: Justus Saretz
Kostüme: Lea Walloschke
Mitwirkende: Melek Erenay, Katharina Koch, Tobias Schwencke, Muri Seven, Tim Seyfi, Sesede Terziyan, Cem Sultan Ungan, Michael Wenzlaff, Mehmet Yılmaz

Kon­takt

Kultursprünge e.V. im Ballhaus Naunynstraße

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