Jutta Hell und Dieter Baumann, Tänzer und Choreografen der Berliner Tanzcompagnie RUBATO, interessieren sich dafür, welche Spuren der Zwang zum Funktionieren in einer auf permanente Produktivität ausgerichteten Gesellschaft in den menschlichen Körpern hinterlässt. In chinesischen Städten wie Shanghai, Peking und Guangzhou, emblematische Orte des Turbokapitalismus, fanden sie ideale Bedingungen, um für ihr Tanzprojekt zu recherchieren. Sie besuchten Textilarbeiterinnen in Manufakturen und Wanderarbeiter auf Baustellen, Konsumenten in Einkaufszentren oder Reisende auf Bahnhöfen, um Aufschluss darüber zu bekommen, wie sich Arbeit, Verausgabung und Erschöpfung physisch und psychisch auswirken können.
Dokumentarisches Material - Beobachtungen, Gespräche, Interviews, Fotos, Tonband- und Videoaufzeichnungen - wurde zur Grundlage einer Dramaturgie und Choreografie des Funktionierens, aus dem ein beunruhigendes und berührendes Stück entstand, das über die spezifischen Verhältnisse in China exemplarisch hinausweist.
Die Aufführungen in Peking, Berlin und in Swansea (Großbritannien) wurden durch Ausstellungen ergänzt, die Einblicke in die umfangreichen Recherchen und die Probenarbeiten mit chinesischen Tänzer/innen vermittelten.

Inszenierung, Choreografie: Jutta Hell und Dieter Baumann
Dramaturgie: Björn Dirk Schlüter
Komposition: Yang Ze Hua (CHN)
Tanz, Choreografie: Tao Ye, Cheng Kai, Ling Xi Li, Wang Hao, Er Gao, Duan Ni (alle CHN)

Kon­takt

Tanzcompagnie RUBATO

Karl-Kunger-Straße 13

12435 Berlin

www.tanzcompagnie-rubato.de