Die Veröffentlichung von Rummelplatz von Werner Bräunig im Jahr 2007 kann als literarisches Großereignis bezeichnet werden, erblickte hier doch ein Roman erstmals das Licht der Öffentlichkeit, dessen Entstehen mehr als vierzig Jahre zurücklag. Im Mittelpunkt des Romans steht die Wismut, ein riesiges Uranabbaugebiet im Erzgebirge, das sich bis 1953 in sowjetischer Hand befand. Das Gebiet wurde vom Militär bewacht, es herrschten nahezu autarke Strukturen, ein auf militärischen Prinzipien beruhendes Betriebssystem und eigene Rechtsvorschriften. Hohe Löhne, eine vergleichsweise gute Lebensmittelversorgung und die Abenteueratmosphäre, die dem Männerleben in den Massenquartieren anhaftete, lockten in den Anfangsjahren der DDR tausende Arbeiter in die Wismut.

Rummelplatz konnte in der DDR nicht erscheinen. Vom Scheitern seines Romanprojekts hat sich der Autor nie erholt, Werner Bräunig starb mit nur 42 Jahren 1976 in Halle-Neustadt. Armin Petras hat aus dem fast 700 Seiten umfassenden Roman eine Bühnenfassung erarbeitet, die im Januar 2009 unter seiner Regie am Gorki Theater Berlin Premiere feierte.

Regie: Armin Petras, Bühne und Kostüme: Susanne Schuboth, Musik: Sebastian Vogel, Thomas Kürstner, Video: Niklas Ritter, Dramaturgie: Carmen Wolfram
Künstler/innen: Peter Kurth (Hermann Fischer), Milan Peschel (Christian Kleinschmidt), Michael Klammer (Peter Loose), Regine Zimmermann (Heidewitzka, Ruth Fischer), Robert Kuchenbuch (Polotnikow, Emmes, Dr. Jungandres), Ursula Werner (Kautsky, Knigge, Drei Mütter), Britta Hammelstein (Ingrid, Mädchen, Margit), Christian Baus (Nickel)

Das Gastspiel Rummelplatz ist eine gemeinsame Veranstaltung der Kulturstiftung des Bundes, der Projektgruppe Schritte zur Freiheit-Herbst 89 in Halle und dem Thalia Theater Halle.

Schrit­te zur Frei­heit – Herbst 89 in Hal­le

ist – ganz im Geist der friedlichen Revolution in der DDR – ein von bürgerschaftlichem Engagement getragenes Projekt des Erinnerns und zugleich eine Aufforderung zur Diskussion. Zahlreiche Persönlichkeiten und Institutionen der Stadt haben sich zu diesem Projekt zusammengeschlossen, um mit einer von ihnen initiierten und getragenen interdisziplinären Veranstaltungsreihe nicht nur an die Ereignisse im Herbst 1989 in Halle zu erinnern und sie für nachfolgende Generationen zu bewahren, sondern damit zugleich die individuellen wie gesellschaftlichen Folgen des gesellschaftspolitischen Umschwungs zu reflektieren. Die Projektgruppe plant in Zusammenarbeit mit vielen Partnern ein Veranstaltungsprogramm vom 26. Oktober bis 8. November 2009 im Volkspark.

www.herbst89.halle.de

Kon­takt

Kartenreservierungen:
Thalia Theater Halle

Kardinal-Albrecht-Straße 6

06108 Halle

Tel.: 0345.204050

Fax: 0345.2040538

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