Auf der Folie von Tschechows Drama „Drei Schwestern“ entwickelte das Projekt persönliche Motive aus dem Leben von Nele Winkler, Juliana Götze und Rita Seredsuß – drei Schauspielerinnen mit Down-Syndrom, die in der Inszenierung von Frank Krug die Rollen der Schwestern übernahmen: ihre Sehnsüchte und Ziele, ihr Verhältnis zu anderen Menschen und ihrem eigenen Körper. Dazu hatte Krug im Vorfeld gemeinsam mit dem italienischen Choreografen und Tänzer Davide Camplani die drei Schauspielerinnen ein Jahr lang regelmäßig zuhause besucht und interviewt. Mit „Schwestern“ wollte er die spezifische Situation von Menschen mit Down-Syndrom in seiner literarischen Vorlage spiegeln und fragte nach dem Wert des Lebens, nach dem Recht auf Zukunft und Selbstbestimmung. Angesichts der aktuellen Debatte um die umstrittene pränatale Früherkennung von Behinderungen sprach das Stück Menschen mit und ohne körperliche Behinderungen an, deren gegenseitige Berührungsängste es abbauen und auf beiden Seiten die Aufmerksamkeit für das brisante Thema schärfen wollte: Wer hat darüber zu entscheiden, ob jemand eine Chance bekommt, ein Leben mit Behinderung zu leben? Nach Aufführungen in Berlin tourte das Projekt durch Luxemburg und Liechtenstein. 

Regie: Frank Krug
Choreografie: Davide Camplani (IT)
Komponist: Ketan Bhatti (IN)
Bühnenbildnerin: Irina Schicketanz
Schauspieler/innen: Juliana Götze, Rita Seredßus, Nele Winkler, Angela Winkler, Tammo Winkler
Musiker/innen: Ketan Bhatti (IN), Milian Vogel, Hannah Klein, Andreas Voss, Matthias Engler

Weitere Termine

Théâtres de la Ville de Luxembourg: 11. – 12.2.2015;
TAK Liechtenstein: Spielzeit 2015/2016

Kon­takt

Telekult Film- und Medienproduktion GmbH

Kremmener Straße 6

10435 Berlin

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