Für Filme, die das Kino selbst thematisieren, seine Geschichte und seine Ästhetik, könnte man das Genre "filmvermittelnder Film" erfinden: Das kann eine künstlerische Videoarbeit sein, die zum Beispiel typische Einstellungen aus Hitchcockfilmen versammelt; das kann aber auch ein Dokumentarfilm über Bild-Motive des Regisseurs John Ford sein. Das Genre "filmvermittelnder Film" würde ganz unterschiedliche Formate, etwa experimentelle und essayistische Formen für Kino oder Fernsehen und Bonusfilme auf DVD umfassen. In Deutschland boten bislang vor allem die öffentlich-rechtlichen Sender Regisseuren die Möglichkeit, in Filmen über Film nachzudenken.

Das Projekt dokumentiert nun die mindestens 50jährige Geschichte solcher "Filme über Film". Sie wurden recherchiert, erfasst, bekannt und verfügbar gemacht. Ab Herbst 2008 fanden regelmäßige Kinoveranstaltungen statt, vornehmlich in Berlin (Kino Arsenal) und Wien (Österreichisches Filmmuseum). Eingeladen zu den Vorführungen und Gesprächen waren Produzenten, Autoren und Theoretiker des "filmvermittelnden Films", darunter Alain Bergala (F), Gustav Deutsch (AT), Werner Dütsch, Harun Farocki und Christiane Habich, Alexander Horwath und Michael Löbenstein (AT), Cristina Nord. Zusätzlich wurden filmvermittelnde Filme aus drei Ländern (Frankreich, Österreich und Deutschland) und damit drei verschiedene Kinotraditionen miteinander verglichen.

Die Website präsentiert neben einer über den Projektzeitraum wachsenden Filmografiedatenbank regelmäßig Dossiers zu unterschiedlichen Aspekten "filmvermittelnder Filme".

Künstlerische Leitung: Michael Baute
Projektleitung: Stefan Pethke
Filmpädagogische Mitarbeit: Stefanie Schlüter; Filmwissenschaftliche Mitarbeit: Volker Pantenburg; Grafik und Software: Erik Stein

Ab Herbst 2008 Filmscreenings in Wien, Berlin, Köln, Bremen

Kon­takt

ENTUZIAZM
Freunde der Vermittlung von Film und Text

Muskauer Straße 10

10997 Berlin

info@entuziazm.de

www.entuziazm.de