Mit welchen Herausforderungen sehen sich die Museen der Zukunft konfrontiert? Sind Museen noch immer geeignete Räume für das Ausstellen, Dokumentieren, Vermitteln und Archivieren von Sammlungen sowie für die Interaktion zwischen Betrachter und Objekt? Die Diskussion dieser Fragen gewinnt mit Blick auf die Globalisierung eine internationale Dimension: Welche Konsequenzen sind im Sinne der Globalisierung aus dem Umstand zu ziehen, dass Sammlungen häufig nur auf den europäischen und nordamerikanischen Kulturraum ausgerichtet sind; welche Rolle spielen die Digitalisierung und die Möglichkeiten der „Virtual Reality“, wenn es um neue Modelle, Methoden und Architekturen in den Museen geht?

Mit der vierteiligen internationalen Veranstaltungsreihe "Museale Episode" (20152017) wollten das Goethe-Institut und die Kulturstiftung des Bundes den Gedankenaustausch zwischen Museen in Deutschland und weltweit fördern und Konzeptionen neuer Ideen und Projekte für Museen anregen. Im Zentrum stand dabei die Perspektive des Globalen Südens.

Das performative Symposium „The day after the museum. Museale Episoden zur globalen Zukunft von Museen“ in Berlin verbindet Themen der Veranstaltungsreihe mit einem ungewöhnlichen Gedankenexperiment:

The day after the museum

Museale Episoden zur globalen Zukunft von Museen

Alle Museen wurden zerstört; alles, jede Sammlung ist verschwunden. Eine Gruppe von Kuratoren und Museumsdirektorinnen aus Afrika, Südamerika und Europa kommen in einem dystopischen Setting zusammen, um über fundamentale Fragen zu diskutieren: ob und wie Museen und Sammlungen in einem solchen Szenario von Grund auf neu errichtet werden sollen. Was würde ausgestellt werden, wer wäre das Publikum, was wäre die Zielsetzung? Wie würde das Museum der Zukunft aussehen?

Ein performatives Symposium mit Marion Ackermann, Zdenka Badovinac, Övül Durmusoglu, Yilmaz Dziewior, Marina Fokidis, Anna-Catharina Gebbers, Matthias Mühling, Gabi Ngcobo, Luiza Proença und Marcelo Rezende, die sich in den letzten drei Jahren wiederholt im Rahmen des Projektes „Museale Episoden“ getroffen haben, um über die globale Zukunft der Museen zu diskutieren.

Eine Veranstaltung des Goethe-Instituts São Paulo und der Kulturstiftung des Bundes

Akademie der Künste, Berlin
6. September 2018, 19.00 – 21.30 Uhr

Museale Episode - Erstes Treffen in Bahia Eine Veranstaltungsreihe des Goethe Institut São Paulo und der Kulturstiftung des Bundes zur globalen Zukunft von Museen

1. Treffen in Bahia (Salvador/ Brasilien)

Vom 14. bis 17. Oktober 2015 versammelten sich 17 international renommierte Museumsdirektor/innen und Kurator/innen aus Brasilien und der Welt im Museum für Moderne Kunst in Bahia (Salvador/ Brasilien). Marcelo Rezende, Direktor des Museums, war Gastgeber dieser ersten Musealen Episode unter dem Motto „Bring dein Museum zu meinem Museum“. Die Berichte der Teilnehmer/innen können Sie hier nachlesen.

2. Treffen in La Paz und Santa Cruz (Bolivien) 

Im Nationalmuseum für Ethnographie und Folklore in La Paz (Bolivien) standen bei dem zweiten Treffen vom 29. April bis 3. Mai 2016 folgende Fragen im Mittelpunkt der Diskussion: Wie sieht die Arbeit mit Sammlungen in Zukunft aus? Werden Museen zunehmend zu hybriden Institutionen? Wie demokratisch kann ein Museum sein und wie lassen sich koloniale Perspektiven vermeiden? Wie bezieht man die Nachbarschaft in die Museumsarbeit ein?

3. Treffen in Kapstadt und Johannesburg (Süd Afrika)

Im Zentrum des von der südafrikanischen Kuratorin Gabi Ngcobo konzipierten dritten Symposiums in Kapstadt und Johannesburg vom 24. bis 29. Januar 2017 stand die Frage, welche Rolle Kunstmuseen und Gedenkstätten für die Aufarbeitung der Apartheid- und Kolonialgeschichte zukommt: Wie können Museen ihre bis in die Gegenwart wirkende Geschichte der Apartheid in ihren Sammlungen, Ausstellungen und in ihrer Vermittlungsarbeit reflektieren und überwinden? Welche Funktion sollte ein Kunstmuseum heute in Südafrika haben? Welche Künstler/innen werden gesammelt und wer entscheidet darüber? Und nicht zuletzt: Wen repräsentieren die Museen und wer gestaltet ihre Zukunft?

4. Treffen in Athen

Vom 11. bis 17. Juli 2017 fand in Athen zeitgleich zur documenta 14 das vierte und letzte Symposium der Musealen Episoden statt. Bei dem von der Kuratorin Marina Fokidis konzipierten Treffen ging es unter dem Motto "Digging into the future" um das Verhältnis zwischen Archäologie und zeitgenössischer Kunst.

Teilnehmer/innen:

Marion Ackermann | Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (Düsseldorf)
Zdenka Badovinac | Moderna Galerija (Ljubliana)
Övül Durmusoglu | unabhängige Kuratorin (Istanbul/Berlin)
Yilmaz Dziewior | Museum Ludwig (Köln)
Elvira Espejo | Nationalmuseum für Ethnographie und Folklore (La Paz)
Marina Fokidis | Kunsthalle Athen
Anna-Catharina Gebbers | Hamburger Bahnhof, Museum für Gegenwart (Berlin)
Klaus Görner | Museum für Moderne Kunst (Frankfurt)
Nydia Gutierrez | Museo de Antioquia (Medellin)
Pablo Lafuente | unabhängiger Kurator (São Paulo)
Natalja Maljuf | Museo de Arte de Lima
Matthias Mühling | Städtische Galerie im Lenbachhaus (München)
Gabi Ngcobo | Künstlerin und unabhängige Kuratorin (Johannesburg)
Victoria Noorthoorn | Museum für Moderne Kunst (Buenos Aires)
Hermann Parzinger | Stiftung Preussischer Kulturbesitz (Berlin)
Luiza Proença | Kunstmuseum São Paulo (MASP)
Marcelo Rezende | Museum für Moderne Kunst in Bahia (Salvador)

Mu­se­um Glo­bal

Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, die Staatlichen Museen zu Berlin, das MMK Frankfurt und das Lenbachhaus München widmen sich dem komplexen Thema des „Globalen“ und den damit verbundenen Herausforderungen. Mit dem Projekt „Museum Global“ hinterfragen sie die Moderne und den ihr zugrundeliegenden Kanon.

 

Museum Global

Weitere Informationen und Fotos zur "Musealen Episode" finden Sie auf der

Website des Goethe Instituts São Paulo

  • Termine

    06.09.2018

    Museale Episoden zur globalen Zukunft von Museen

    The day after the museum - ein performatives Symposium

    Akademie der Künste | Berlin

Kon­takt

Uta Schnell
Kulturstiftung des Bundes

Franckeplatz 2
06110 Halle (Saale)
Tel.: +49 (0)345 2997 118
Fax.: +49 (0)345 2997 333
E-Mail