Die Kulturstiftung des Bundes hat im Jahr 2005 den Fonds Heimspiel eingerichtet. Gefördert wurden Theaterprojekte, die sich mit der urbanen und sozialen Realität der Stadt auseinandersetzen und ein neues Publikum für das (Stadt-)Theater gewinnen sollten. (Liste der geförderten Projekte). Das Theater kann für das Selbstverständnis einer Stadt eine zentrale Rolle spielen. Es ist ein öffentlicher Ort, an dem sich Menschen versammeln, an dem sie sich mit sich selbst und der Gesellschaft auseinandersetzen. Dennoch müssen alle öffentlichen Theater um die Akzeptanz des Publikums und nicht zuletzt um ihre finanzielle Ausstattung kämpfen. Was bedeutet es heute Theater für eine Stadt zu machen? Wie kann das Theater zu einem Ort werden, der sich den drängenden Problemen der Gegenwart stellt? Wie kann es ein neues Publikum gewinnen und gleichzeitig seinem Stammpublikum ungewohnte Sichtweisen präsentieren?

Die Kulturstiftung des Bundes wollte Intendanten und Festivalmacher, Dramaturgen und Regisseure, Bühnenbildner und Musiker dazu anregen, die Impulse der Stadt aufzunehmen, für die sie Theater machen. Sie sollten hinausgehen, in ihnen bislang unbekannte Viertel vorstoßen und die Biographien und Alltagsgeschichten der Bewohner kennen lernen. Auf diese Weise sollten sie neue Foren schaffen für einen echten Austausch zwischen dem Theater und den Menschen in der Stadt - zwischen Kunst und Realität.

In den letzten Jahren sind vermehrt künstlerische Projekte entstanden, die gezielt darauf angelegt sind, über die Mitwirkung von Laien auf der Bühne neue Formen der Auseinandersetzung mit der Realität zu suchen. Es ging also nicht darum, Wärmestuben im Theater einzurichten oder bestimmte Gruppen der Bevölkerung mit ihren Eigenheiten "auszustellen". Vielmehr sollte das Ziel sein, gemeinsam an einem kreativen Prozess mitzuwirken, in dem beide Seiten voneinander lernen können. Am Ende jedoch zählte für beide Seiten das Hervorbringen eines künstlerisch interessanten und anspruchsvollen Ergebnisses.

Einem Antrag auf Förderung aus dem Heimspiel-Fonds sollten intensive Recherchen über die jeweilige Stadt vorangegangen sein. Welche Themen bewegen die Menschen vor Ort? Welche Gruppen machen Erfahrungen, die im Alltag der Stadt sonst nicht wahrgenommen werden? Wo sind die unbekannten Orte der Stadt, die aus dem Blickfeld der Kulturschaffenden fallen? Die Projektverantwortlichen sollten bereits in der Recherche- und Konzeptionsphase auf bestimmte gesellschaftliche Gruppen zugehen: in sozial benachteiligte Stadtteile, zu Vereinen, in einen Betrieb.

Gefördert wurden Theaterprojekte, die sich auf künstlerisch herausragende Weise mit der urbanen und sozialen Wirklichkeit der Stadt auseinandersetzten. Die Ergebnisse sollten dann möglichst im "Großen Haus" auf der "großen Bühne" präsentiert werden. Ziel des Fonds war es, mit den geförderten Projekten ein neues Publikum für Theater zu interessieren und eine Auseinandersetzung mit der Rolle des (Stadt-)Theaters in Deutschland anzuregen.

Antreten vor heimischer Kulisse, im Publikum sitzen mehrheitlich Fans, die voller Begeisterung ihre Mannschaft unterstützen und die Spieler kämpfen um den Erfolg für die ganze Stadt - das bedeutet Heimspiel.

Das Programm lief im Jahr 2013 aus. Die letzte Antragsfrist endete am 30. April 2011.

Der Fonds Heim­spiel im Über­blick:

Wo welche Projekte im Fonds Heimspiel gefördert wurden, sehen Sie auf dieser Karte:

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HEIM­SPIEL 2011

Um die Erfahrungen von über 50 im Fonds Heimspiel geförderten Projekten zu bündeln und aktuelle Entwicklungen in der deutschen Theaterlandschaft zur Diskussion zu stellen, wurde in Kooperation mit dem Schauspielhaus Köln die Veranstaltung HEIMSPIEL 2011 entwickelt, die unterschiedliche Formate vereinte und damit sowohl Fachleute als auch die breite Öffentlichkeit ansprach. Informationen zum Festival, zu den Workshops und zum Symposium können Sie hier abrufen:

HEIMSPIEL 2011

Kon­takt

Antonia Lahmé
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