Tanzland

Programm für Gastspielkooperationen

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Erläuterung

Die Gastspielförderung im Rahmen des Programms Tanzland ist einer der Bausteine im facettenreichen Engagement der Kulturstiftung des Bundes für den Tanz. Bei Tanzland geht es speziell darum, die Vielfalt des zeitgenössischen Tanzes, die sich in der Arbeit von mehr als 60 Ensembles an Stadt- und Staatstheatern sowie von freien Compagnien zeigt, auch jenseits der etablierten Tanzzentren sichtbar zu machen: mit Gastspielen von Tanzensembles in Gastspielhäusern außerhalb der Metropolen.

Die Gastspielförderung wird begleitet von innovativen Vermittlungsformaten, die gezielt für einzelne Auftrittsorte konzipiert werden und somit das Interesse und Verständnis des Publikums vor Ort für zeitgenössischen Tanz fördern. Das Programm Tanzland steht damit auch im Kontext einer verstärkten kulturpolitischen Aufmerksamkeit für ländliche Räume sowie die kleineren und mittleren Städte: Im Zentrum des Gesamtprogramms stehen die rund 400 Gastspielhäuser der INTHEGA (externer Link, öffnet neues Fenster) (der Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen e.V.). In jenen Städten und Regionen, die nicht über eigene, feste Ensemble verfügen, bestimmen INTHEGA-Häuser mit ihrem Programm ganz wesentlich das Kulturangebot im Bereich Theater und Tanz. Das Interesse an Tanzland ist nicht zuletzt wegen der Erhöhung eines attraktiven, hochwertigen Kulturangebots sowohl auf Seiten der Gastspielhäuser wie auch bei den Tanzensembles der Stadt- und Staatstheater groß. Für letztere ist damit eine willkommene gesteigerte Sichtbarkeit durch vermehrte Auftrittsmöglichkeiten verbunden, die sich wiederum positiv auf Bekanntheit und Nachfrage auch in den größeren Städten auswirkt.

In der ersten Programmphase wurden bereits 19 Gastspielkooperationen zwischen INTHEGA-Häusern und Ensembles des zeitgenössischen Tanzes an Stadt- und Staatstheatern sowie freien Compagnien mit 2,4 Mio. Euro gefördert. 20 weitere Gastspielkooperationen werden bis zum Jahr 2026 gefördert. Neu ist, dass die bisherigen Tandem-Partnerschaften um weitere Kooperationspartner erweiterbar sind. So kann ein INTHEGA-Haus auch bis zu drei Ensembles einladen oder ein Ensemble an mehreren Häusern gastieren. Antragsberechtigt sind die INTHEGA-Häuser.

Im Herbst 2021 hat die unabhängige Fachjury auf ihrer Sitzung 10 weitere Gastspielkooperationen zur Förderung ausgewählt. Die Fördersumme beträgt insgesamt 1,18 Mio. Euro. In der zweiten und letzten Förderrunde dieser Programmphase im Herbst 2022 wurden 10 neue Gastspielkooperationen mit einem Fördervolumen von insgesamt 1,13 Mio. Euro ausgewählt.  

Faktenbox zum Programm

Programm
Tanzland
Förderzeitraum
2017–2026
Bisher geförderte Kooperationen
39
Fördersumme
5,2 Mio. Euro

Hintergrund des Programms

Insbesondere mit dem "Tanzplan" sowie der Etablierung des triennalen "Tanzkongress", der 2019 zum fünften Mal stattfand und inzwischen zum kulturellen Leuchtturm avanciert ist, sowie dem "Tanzfonds Erbe" hat die Kulturstiftung des Bundes nachhaltig dafür gesorgt, dass dem zeitgenössischen Tanz heute in der Öffentlichkeit und in der Kulturpolitik eine größere Aufmerksamkeit und Unterstützung denn je zuteil geworden ist. Allerdings gibt es ein Gefälle zwischen den Angeboten in Großstädten, in denen die meisten der 60 fest an Stadt- und Staatstheatern arbeitenden Tanzensembles beheimatet sind, und kleineren Orten, in denen, meist mangels eigener Ensembles, nur selten zeitgenössischer Tanz oder auch Ballett auf den Bühnen zu sehen sind. Mit dem Programm "Tanzland" ermöglicht die Kulturstiftung des Bundes durch die Förderung von Gastspielen fester Ensembles oder der freien Szene, das Angebot an zeitgenössischen Tanzproduktionen ganz gezielt in kleineren und mittleren Städten zu erweitern oder überhaupt erst möglich zu machen.

"Tanzland" richtet sich sowohl an die in der INTHEGA zusammengeschlossenen circa 400 Gastspielhäuser in Deutschland als auch an Vertreter der Tanzensembles an Stadt- und Staatstheatern sowie der freien Szene, um zwischen diesen Kooperationen zu stiften. Die Organisation einer größeren Präsenz der Ensembles vor Ort, unter anderem durch Gastspieltourneen und Vermittlungsformate, stellt beide Seiten vor große Herausforderungen. Ziel des Programms ist es, die Gastspielpraxis durch Kooperationen auszubauen und zu intensivieren und damit Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass diese Praxis auch nach dem Förderprogramm der Kulturstiftung des Bundes Anerkennung und Interesse bei Publikum und potenziellen öffentlichen Förderern erfährt. 

Geförderte Kooperationen

Förderung 2017–2021

Dem Dachverband Tanz und seinem Geschäftsführer Michael Freundt mit seinem Team verdankt die Kulturstiftung des Bundes die erfolgreiche Etablierung und Durchführung der ersten Programmphase mit insgesamt 19 geförderten Partnerschaften, die von 2017 bis 2021 lief. In dieser Phase fanden neben 55 Gastspielen und zahlreichen Vermittlungsangeboten auch Fach- und Netzwerktreffen statt, u.a. eine Gastspielwerkstatt, Workshopformate, Projektetreffen und die Tagung "Die Zukunft des Tanzes – Künstler*innen, Kollektive, Kooperationen" des Dachverband Tanz Deutschland.

Tanzland-Kooperationen der ersten Programmphase

In der Trägerschaft des Dachverband Tanz Deutschland und finanziert durch die Kulturstiftung des Bundes fanden während der ersten beiden Förderrunden 2017 bis 2021 die folgenden 19 Gastspielkooperationen statt:

Detaillierte Informationen zu diesen Kooperationen finden Sie auf der Tanzland-Website (externer Link, öffnet neues Fenster) des Dachverband Tanz.

Fortführung von Tanzland

Die Kulturstiftung des Bundes führt das Programm Tanzland bis zum Jahr 2026 fort und stellt dafür 2,8 Mio. Euro zur Verfügung. Seit 2021 können die Anträge direkt bei der Kulturstiftung des Bundes gestellt werden. Über die Vergabe der Fördermittel für die beantragten Gastspielkooperationen entscheidet der Vorstand der Kulturstiftung des Bundes auf Empfehlung einer Fachjury, die mit unabhängigen Expertinnen und Experten besetzt ist. Der Antragsschluss für die erste Förderrunde war der 15.7.2021, für die zweite Förderrunde war es der 15.7.2022.

Jury

Die Förderung der Gastspielkooperationen geschah auf der Grundlage der Empfehlungen einer Fachjury, der folgende Mitglieder angehörten: Laura Böttinger, Künstlerische Leitung im Vermittlungsprogramm Dance On; Tobias Ehinger, Geschäftsführender Direktor des Theater Dortmund, ehem. Manager des Ballett Dortmund; Rainer Steinkamp, von 2008 bis 2020 Intendant des Scharoun Theater Wolfsburg.

Tanzland bewegt

Templin, Eisenhüttenstadt oder Neustadt an der Weinstraße: Einen lebendigen Eindruck davon, wie Tanz auf die Bühnen von kleinen oder mittleren Städten kommt, erhalten Sie in unserer neuen Webvideo-Reihe „Tanzland bewegt – Zeitgenössischer Tanz an neuen Orten“. Sie zeigt, welche Vermittlungsformate sich die beteiligten Theater in Zusammenarbeit mit den Ensembles aus den Tanzmetropolen einfallen lassen, um mit spezifischen Angeboten das Interesse des lokalen Publikums zu wecken. Die Filmemacherin Andrea Keiz wird insgesamt zehn Gastspielkooperationen im gesamten Bundesgebiet dokumentieren. Die ersten drei Videos der Serie können Sie sich hier oder auf der YouTube-Playlist "Tanzland bewegt" (externer Link, öffnet neues Fenster) anschauen.

 

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Die Kulturabteilung der Stadt Neustadt kooperiert mit drei Tanzensembles, die in ihren Gastspielen das erfahrene Publikum des Saalbaus sowie auch jüngere Menschen adressieren. Die Gruppe La Trottier Dance aus dem benachbarten Mannheim verhandelt in ihren Stücken aktuelle gesellschaftliche Themen – in „Solastalgia“ etwa die Auswirkungen des Klimawandels. Die Tanzkompanie des Pfalztheaters Kaiserslautern vermittelt ihre zeitgenössische Bewegungssprache in Gastspielen und Workshops. Das Bayerische Junior Ballett München bringt als dritter Kooperationspartner klassische und neoklassische Ballett-Inszenierungen nach Neustadt.

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Das Friedrich-Wolf-Theater in Eisenhüttenstadt (Brandenburg) kooperiert mit tanzbar_bremen, einem der ersten inklusiv arbeitenden Ensembles in Deutschland. Zum Angebot gehören unter anderem Aufführungen auf dem Theatervorplatz sowie Tanzworkshops für Menschen mit und ohne Behinderung.

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Das Multikulturelle Centrum (MKC) bildet ein Herzstück des kulturellen Lebens in Templin (Brandenburg). Die Gruppe Unusual Symptoms, Company-in-Residence am Theater Bremen, trifft dort auf den lokalen Verein UMtanz, der sich mit Tanzprojekten für Kinder und Jugendliche sowie öffentliche Tanzbattles engagiert. Auch die fabrik e.V. Potsdam empfängt als Kooperationspartner die Gruppe Unusual Symptoms mit Gastspielen und Workshops.

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In der TauberPhilharmonie Weikersheim (Baden-Württemberg) bespielen die Gruppen Patricia Carolin Mai (Hamburg) und laborgras GbR (Berlin) sämtliche Säle und vermitteln dem Publikum mit Workshops Zugang zum zeitgenössischen Tanz.

Gastspielwerkstätten 

Die Gastspielwerkstätten im Programm Tanzland dienen als fachlicher Austausch zwischen INTHEGA-Gastspielhäusern und Tanzensembles. Die ersten drei Veranstaltungen fanden 2017, 2021 und 2022 statt.  

Am 26. und 27. Oktober 2023 fand unter dem Titel „In Bewegung” die vierte Tanzland Gastspielwerkstatt mit Workshops, Gesprächsrunden und öffentlichem Galaprogramm in Bernburg und Staßfurt statt. Das digitale Programmheft der zweitägigen Tagung finden Sie hier (öffnet neues Fenster).

Eindrücke der Gastspielwerkstatt 2023

Gastspielwerkstatt 2022

Zuletzt fand die Gastspielwerkstatt in Kooperation mit der INTHEGA rein digital am 15. und 16. Februar 2022 statt. Veranstalter und Ensembles erhielten erneut die Gelegenheit, mögliche Kooperationspartner kennenzulernen und Fragen zum Antragsprozedere zu stellen. Feste und freie Ensembles stellten sich dabei in Pitching Sessions den teilnehmenden INTHEGA-Häusern vor, es fanden Antragsberatungen statt und es gab Gelegenheit zu persönlichem Austausch.

Gastspielwerkstatt 2021

Die Gastspielwerkstatt am 22. und 23. März 2021 verband die erste Programmphase mit der neuen Tanzland-Antragsrunde 2021. Sie wurde veranstaltet vom Dachverband Tanz Deutschland und der Kulturstiftung des Bundes in Kooperation mit der INTHEGA.

An zwei Gala-Abenden wurde eine Vielfalt choreografischer Handschriften in Ausschnitten aktueller Tanzproduktionen präsentiert. Tagsüber schufen Pitching-Sessions, Panels und eine kulturpolitische Diskussion Gelegenheiten des Austauschs und der Vernetzung zwischen INTHEGA-Fachbesucherinnen und Ensembles.

Die Gastspielwerkstatt 2021 fand rein digital statt, wobei die beiden Gala-Abende und die kulturpolitische Diskussion frei öffentlich zugänglich waren. Im Nachgang wurde letztere bei MDR Kultur in der Sendung "MDR Kultur Werkstatt" ausgestrahlt.

> ZUR KULTURPOLITISCHEN DISKUSSION (YOUTUBE) (externer Link, öffnet neues Fenster)

Wichtige Informationen zum Antrag

Online-Antrag

Der Antragsschluss der zweiten Förderrunde war der 15. Juli 2022. Es ist keine weitere Antragsrunde geplant.

Fragen & Antworten

Wer ist antragsberechtigt? Welche Unterlagen müssen eingereicht werden? Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Programm "Tanzland" haben wir hier zusammengestellt.

Social Media

#Tanzland

Termine

Aktuell keine bevorstehenden Termine

Vergangene Termine

  • 26. Oktober, 2023 bis 27. Oktober, 2023: In Bewegung – Tanzland Gastspielwerkstatt 2023

    Fachtagung und öffentliches Galaprogramm

    Bernburg und Staßfurt

  • 17. März, 2022 bis 18. März, 2022: Expedition zur Tanzplattform Deutschland

    Weiterbildungs-Angebot für INTHEGA-Häuser 

    Berlin

  • 15. Februar, 2022 bis 16. Februar, 2022: Gastspielwerkstatt 2022

    Fachtreffen für INTHEGA-Gastspielhäuser und Tanz-Ensembles

    online

  • 11. Oktober, 2021 bis 12. Oktober, 2021: Messeauftritt auf dem INTHEGA-Theatermarkt

    Programmpräsentation am Tanzland-Messestand

    INTHEGA-Theatermarkt, Stadthalle , Bielefeld

  • 22. März, 2021 bis 23. März, 2021: Gastspielwerkstatt II

    mit öffentlich zugänglichen Gala-Abenden und der kulturpolitischen Diskussion "Aus der Krise in die Krise? Können wir eine vielfältige Kulturlandschaft erhalten?"

    Livestreams unter https://3q.de/de/tanzland2021.htm, online

Kontakt

Karin Kirchhoff
Kulturstiftung des Bundes

Franckeplatz 2
06110 Halle (Saale)
Tel.: +49 (0)345 2997 169
Fax.: +49 (0)345 2997 333

E-Mail an Karin Kirchhoff