Die Gastspielförderung im Rahmen des Programms TANZLAND ist einer der Bausteine im facettenreichen Engagement der Kulturstiftung des Bundes für den Tanz. Bei TANZLAND geht es speziell darum, die Vielfalt des zeitgenössischen Tanzes, die sich in der Arbeit von mehr als 60 Ensembles an Stadt- und Staatstheatern sowie von freien Compagnien zeigt, auch jenseits der etablierten Tanzzentren zu zeigen: mit Gastspielen von Tanzensembles in Gastspielhäusern außerhalb der Metropolen.

Die Gastspielförderung wird begleitet von innovativen Vermittlungsformaten, die gezielt für einzelne Auftrittsorte konzipiert werden und somit das Interesse und Verständnis des Publikums für zeitgenössischen Tanz fördern. Im Zentrum des Gesamtprogramms stehen die 375 Gastspielhäuser der INTHEGA (der Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen e.V.). In jenen Städten und Regionen, die nicht über eigene, feste Ensemble verfügen, bestimmen INTHEGA-Häuser mit ihrem Programm ganz wesentlich das Kulturangebot im Bereich Theater und Tanz. Das Programm TANZLAND steht damit auch im Kontext einer verstärkten kulturpolitischen Aufmerksamkeit für den ländlichen Raum sowie die kleineren und mittleren Städte. Bisher wurden bereits 21 Gastspielkooperationen zwischen INTHEGA-Häusern und Ensembles des zeitgenössischen Tanzes an Stadt- und Staatstheatern sowie freien Compagnien mit 2,4 Mio. Euro gefördert.

Das Interesse an einer Fortführung von TANZLAND ist nicht zuletzt wegen der Erhöhung eines attraktiven, hochwertigen Kulturangebots sowohl auf Seiten der Gastspielhäuser wie auch bei den Tanzensembles der Stadt- und Staatstheater groß. Für letztere ist damit eine willkommene gesteigerte Sichtbarkeit durch vermehrte Auftrittsmöglichkeiten verbunden, die sich wiederum positiv auf Bekanntheit und Nachfrage auch in den größeren Städten auswirkt. Deshalb sollen 20 weitere Gastspielkooperationen bis zum Jahr 2026 gefördert werden. Neu ist, dass die bisherigen Tandem-Partnerschaften zukünftig um weitere Kooperationspartner erweiterbar sind. So kann künftig ein INTHEGA-Haus auch drei Ensembles einladen oder ein Ensemble kann an mehreren Häusern gastieren. Antragsberechtigt sind die INTHEGA-Häuser.

  • Insbesondere mit dem „Tanzplan“ sowie der Etablierung des triennalen „Tanzkongress“, der 2019 zum fünften Mal stattfand und inzwischen zum kulturellen Leuchtturm avanciert ist, sowie dem „Tanzfonds Erbe“ hat die Kulturstiftung des Bundes nachhaltig dafür gesorgt, dass dem zeitgenössischen Tanz heute in der Öffentlichkeit und in der Kulturpolitik eine größere Aufmerksamkeit und Unterstützung denn je zuteil geworden ist. Allerdings gibt es ein Gefälle zwischen den Angeboten in Großstädten, in denen die meisten der 60 fest an Stadt- und Staatstheatern arbeitenden Tanzensembles beheimatet sind, und kleineren Orten, in denen, meist mangels eigener Ensembles, nur selten zeitgenössischer Tanz oder auch Ballett auf den Bühnen zu sehen sind. Mit dem Programm „TANZLAND“ ermöglicht die Kulturstiftung des Bundes durch die Förderung von Gastspielen fester Ensembles oder der freien Szene, das Angebot an zeitgenössischen Tanzproduktionen ganz gezielt in kleineren und mittleren Städten zu erweitern oder überhaupt erst möglich zu machen.

    „TANZLAND“ richtet sich sowohl an die in der INTHEGA zusammengeschlossenen 375 Gastspielhäuser in Deutschland als auch an Vertreter der Tanzensembles an Stadt- und Staatstheatern sowie der freien Szene, um zwischen diesen Kooperationen zu stiften. Die Organisation einer größeren Präsenz der Ensembles vor Ort, unter anderem durch Gastspieltourneen und Vermittlungsformate, stellt beide Seiten vor große Herausforderungen. Ziel des Programms ist es, die Gastspielpraxis durch Kooperationen auszubauen und zu intensivieren und damit Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass diese Praxis auch nach dem Förderprogramm der Kulturstiftung des Bundes Anerkennung und Interesse bei Publikum und potenziellen öffentlichen Förderern erfährt. Seit 2017 förderte die Kulturstiftung des Bundes in der ersten Förderrunde von TANZLAND bereits 55 Gastspiele mit einem Gesamtfördervolumen von 2,4 Mio. Euro.

Dem Dachverband Tanz und seinem Geschäftsführer Michael Freundt mit seinem Team verdankt die Kulturstiftung des Bundes die erfolgreiche Etablierung und Durchführung der ersten Programmphase, die noch bis 2021 läuft. Die Kulturstiftung des Bundes führt das Programm TANZLAND bis zum Jahr 2026 fort und stellt dafür 2,8 Mio. Euro zur Verfügung. Künftig können die Anträge direkt bei der Kulturstiftung des Bundes gestellt werden. Über die Vergabe der Fördermittel für die beantragten Gastspielkooperationen entscheidet der Vorstand der Kulturstiftung des Bundes auf Empfehlung einer Fachjury, die mit unabhängigen Expertinnen und Experten besetzt ist. Die Fördergrundsätze und Antragsmodalitäten werden in den nächsten Wochen bekannt gegeben. Die erste Antragsrunde ist für den Frühsommer 2021 geplant.

TANZ­LAND im Web

Auf der Projektwebsite des Dachverband Tanz finden Sie umfangreiche Dokumentationen und Filme zur ersten Förderphase des Programms und den einzelnen Kooperationen:

 

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