Versuch über Empathie und Eifer

Christian Nyampeta

Die Vollversion des dekorativen Hintergrundbildes dieses Elements anzeigen.

New York, Januar 2021

 

Die Zauberberge

 

Von August bis November 2020 weilten meine Frau und ich in Garrison, einem kleinen Ort in einem dörflichen Landkreis des US-Bundesstaates New York, anderthalb Autostunden von unserem eigentlichen Wohnort in Manhattan entfernt. Unsere Ankunft fiel mit der heißen Phase des Präsidentschaftswahlkampfes zusammen. Die Kampagnenschilder in den Vorgärten und an Straßenrändern wurden zur Kulisse dessen, was eine unterhaltsame Revierstreitigkeit zwischen zwei zänkischen Nachbarn hätte sein können – wenn es sich nicht in Wirklichkeit um einen erbitterten Kampf zwischen Unterstützern der Demokraten und der Republikaner gehandelt hätte.

Auf dem Weg zum Supermarkt und ähnlichen Erledigungen passierten wir einen Zebrastreifen, eine Kreuzung oder einen Kreisverkehr und bemerkten eines Tages neue Schilder – die schon bei der Rückfahrt kurz darauf wieder verschwunden waren. In einigen Fällen waren sie nicht nur entfernt worden, sondern lagen zertreten und zerstört am Boden, und manchmal war das Schild durch eines ersetzt worden, das für den Kandidaten der anderen Partei warb.

Bald bemerkten wir ein Muster. Zum einen waren die am häufigsten betroffenen Schilder jene, welche die Präsidentschaftsanwärter selbst anpriesen. Es war offenbar unmöglich, dass sie längere Zeit an Ort und Stelle blieben – sie wurden am helllichten Tag und in schwindelerregender Geschwindigkeit entfernt. Zum anderen gab es entlang der Parteigrenzen einen eklatanten Unterschied bezüglich Stil und Botschaft der Schilder: Allein Dimension und Ausmaß der Kampagnenführung von republikanischen Wählerinnen übertraf die gedämpfte Präsenz ihres Demokraten-Pendants bei weitem.

Die Sichtbarkeit der demokratischen Wahlkampagne, auf Privatgrundstücken wie auch an öffentlichen Knotenpunkten, war auf kleine, unaufdringliche und an Immobilienwerbung erinnernde Tafeln beschränkt. Die Unterstützer der Republikaner hingegen brachten nicht nur eine einschüchternde Anzahl von Buttons und Plaketten mit oftmals patriotischer Symbolik hervor, sondern auch riesige Banner und Flaggen, die an Masten über den Rasenflächen aufragten und an Gewerbebauten oder Pick-up- Trucks flatterten. All das hatte eine Intensität, wie ich sie sonst mit der glühenden Verehrung assoziiere, die eine Football-Fangemeinde ihrem Team entgegenbringt.

In der Zeit kurz vor dem 3. November 2020 erreichten die visuellen Zurschaustellungen der Republikaner auf den Straßen und in den Geschäften ihren fieberhaften Höhepunkt. Das taten auch ihre verbalen Ergüsse in digitalen Portalen und Foren für die lokale Bürgerschaft. Tatsächlich nahm die Stimmung der Republikaner so heftige Formen an, dass wir ganz ehrlich überlegten, Garrison zu verlassen – um dem Risiko möglichen Terrors durch bewaffnete Milizen zu entkommen. Mit einem wachsenden Gefühl der Angst inspizierten wir die Aufkleber an sich nähernden Autos, um daran die politische Orientierung der Insassen abzulesen. Das taten wir umso intensiver, als uns klar wurde, wer in den Trubel um die Wahlkampfschilder involviert war: Anders als wir zunächst dachten, waren es zumeist keine Ortsansässigen, sondern umherziehende Mitglieder der Republikanischen Partei. Diese fuhren offensichtlich meilenweit, eigens um die Leute in unserer Gegend – eher den Demokraten zugeneigt – einzuschüchtern.

Letztlich blieben wir in Garrison und hielten den Atem an, während wir auf die Wahlergebnisse warteten. Aber bei nüchterner Betrachtung ist das, was uns hier während unseres Aufenthalts in der Provinz widerfuhr, schematischer Ausdruck zumindest von Aspekten der sozialen Spannungen innerhalb dieses Landes, deren Ursachen der wegbrechende Austausch und die zunehmend gereizte Atmosphäre zwischen den Bevölkerungsgruppen sind. Insbesondere gilt dies für die beiden Hauptwählergruppen, welche gemeinsam das künstlich anmutende politische Wesen der Vereinigten Staaten von Amerika ausmachen.

Ich zögere immer, über die USA zu sprechen, da sie als globales Phänomen eine Tendenz haben, durch emotionale und psychische Vereinnahmung meine eigene Gedankenwelt zu dominieren. Außerdem habe ich diese Momente zu einem gewissen Grad mit einem Gefühl der Unfähigkeit durchlebt, weil ich in den Vereinigten Staaten nicht wählen darf – obwohl ich schon seit Jahren dort lebe. Da die US-Wahlen aber Dinge nach sich ziehen, die sich auf ganze Gesellschaften weit jenseits der Orte der Stimmabgabe auswirken, bin ich gezwungen, über die oben beschriebene Anekdote nachzudenken. Sie karikiert geradezu einen Streit, der Einblicke in die globalen Implikationen seiner innenpolitischen Dimension erlaubt. Gemeint sind Spannungen, die quer durch den engstirnigen Tribalismus im Herzen der USA und auch bei ihren weltweiten Verbündeten wüten.

 

Großstadtmenschen

 

Vier Jahre zuvor, im November 2016, nahm ich an Treffen und Diskussionen verschiedener Aktivistengruppen teil: Wir beratschlagten, wie wir Wähler zurückgewinnen konnten, die bei den zwei vorangegangenen Präsidentschaftswahlen für Obama gestimmt hatten, dann aber für die Republikaner. Mit geballter Kraft erforschten wir die Gründe, weshalb eine solch heterogene Gruppe aus Arbeiterinnen, Veteranen, Pilotinnen, Anwälten usw. die Wahl von „Nummer 45“ ermöglichte. Wir überlegten auch, wie künstlerische Arbeit und kulturelles Schaffen soziale Energien erzeugen konnten, die Herzen berühren und Gedanken bewegen.

Bei diesen Treffen wurde einfach angenommen, dass Dialog nicht nur unentbehrlich sei, sondern auch problemlos möglich. Aber die folgenden Jahre bezeugen Gegenteiliges – wie meine Erfahrung im ländlichen Teil des New Yorker Bundesstaates zeigt. Deren Beschreibung ist zwar anekdotischer Natur, aber die damit verbundenen Erkenntnisse sind es nicht. Die Region um Garrison weist eine hohe Diversität der Bevölkerung und verschiedenste soziale Realitäten auf. Es gibt dort beeindruckende Landschaften Seite an Seite mit Industriestandorten, Kultureinrichtungen nebst historischen Monumenten, eine weltbekannte Militärakademie und einiges mehr. Aber selbst an einem solchen Ort ist es schwer, sich bedeutsame Dialoge zwischen waffenstarrenden, republikanisch wählenden Mitgliedern einer „White Supremacist“- Gruppe und Unterstützern der „Black Lives Matter“-Bewegung vorzustellen. Zumindest fand ein solches Gespräch nicht während der Hochphase des Wahlkampfes statt, als es am dringendsten nötig gewesen wäre.

Es ist nicht so, dass es an Empathie füreinander mangelt. Es ist nur so, dass Empathie an sich nicht wirklich hilfreich ist, wenn ihre Macht, die Gefühle, Erfahrungen und Verhältnisse anderer zu verstehen, überschätzt wird. Ein Dialog scheitert, wenn die Beteiligten annehmen, dass Empathie allein ihn ermöglicht – und die versäumten Aufgaben von Bildung, Wirtschaft, Staat und ähnlichen Institutionen übernehmen kann. Derweil besteht der tatsächlich stattfindende „Dialog“ im gewaltsamen Entfernen von Wahlkampfschildern aus den Vorgärten.

 

Brennendes Gras

 

Wie viele andere auch hatte ich zunächst den Gedanken, dass die Pandemie die Menschen näher zusammenbringen könnte. Inzwischen ist klar, dass Leidende oft nach etwas oder jemandem suchen, dem sie die Schuld geben können. Tatsächlich intensiviert eine Katastrophe – im aktuellen Fall eine Pandemie – alle anti-konservativen, hyper- konservativen und post-konservativen Tendenzen gleichzeitig. Wie sonst erklärt man die Proteste gegen Schutzmasken und Lockdowns, gewalttätige Zusammenstöße zwischen „Black Lives Matter“-Demonstranten und Polizei-Unterstützern sowie Rechtsextremen, Transgender-Panikmache und so weiter? Aber die herrschende Verwechslung von Dialog und Diskurs lässt sich nicht mit der Pandemiesituation allein erklären. Diskurs ist Sprechen, eine gemeinsame Sprache. Er erlaubt womöglich Dialog, ist aber an sich noch keiner. Vielmehr ist ein Dialog eine Unterhaltung zwischen zwei einander weitgehend zustimmenden Individuen oder Gruppen, die sich für ein „gemeinsames Ziel“ einsetzen. Er ist weder ein Gerichtsprozess noch ein Streitgespräch oder eine Verhandlung.

Heutzutage formiert sich trotz riesiger kultureller Differenzen eine gemischte Gruppe, vereint unter dem Deckmantel von freier Meinungsäußerung, Autonomie und Menschenrechten. Es ist ein wildes Gemenge äußerst unterschiedlicher Leute, die zusammenkommen: Achtsame und Friedliche, die Yoga, Meditation und so weiter praktizieren; solche, die die Konföderierten Staaten von Amerika und sogar das Deutsche Reich zurückhaben wollen; die Anarchisten; die unverhohlenen Faschisten; junge Menschen, die einfach Spaß an der Freude haben. Diese Liste könnte endlos erweitert werden, genau wie die der zugehörigen Orte. Denn derartige Phänomene sind global, und unter den Bedingungen des kapitalistischen Chaos gibt sich der Faschismus als politische Zufluchtsstätte für alle möglichen Leute aus.

Extreme Ausformungen dessen – rechte Straftaten, Angriffe, Verstöße, Beleidigungen und Ähnliches – werden in den USA und in europäischen Ländern inklusive Deutschland und den Niederlanden regelmäßig entschuldigt. Zuweilen werden sie sogar als bloße Meinungen gerechtfertigt – in der Annahme, man könne sie durch Empathie und Dialog beilegen.

Aber offensichtlich führt es zur Annullierung von Dialog und Verantwortung, wenn feindseliger Diskurs als eigene Meinung und Redefreiheit charakterisiert wird. Von diesem Punkt an spaltet sich der Diskurs in zwei entgegengesetzte Richtungen. Auf der einen Seite versuchen die Medien und ihre vernunftorientierten Vertreter, einen journalistischen Diskurs hervorzubringen, der sich aus „Wahrheit“ und „Rationalität“ speist. Auf der anderen Seite wuchert ein Diskurs emotionalisierter Meinungen, der von selektiven Überzeugungen und Gruppenzugehörigkeiten geschürt wird. Dies kulminiert in allergischen Reaktionen auf die außerhalb des eigenen inneren Einflusskreises formulierten „Wahrheiten“ und „Rationalitäten“.

 

Die linke Hand der Dunkelheit

 

Für Faschisten und Rechtsextreme bietet Eifer seine eigene Rechtfertigung, seine eigene Daseinsberechtigung. Mit anderen Worten schirmt diese Form der Leidenschaft die sich Ereifernden von der Notwendigkeit ab, zwischen Richtig und Falsch zu differenzieren. Eifer schützt Glaube vor Kritik. Eifer zehrt fortwährend von seiner eigenen Grundlage. Eifer und Glaube gehen Hand in Hand. Tatsächlich brauchen Eiferer gar nicht mehr: Solange sie leidenschaftlich an ihre eigene Überzeugung glauben, stellt der Glaube seine Rechtfertigung selbst bereit. Ereiferung bewahrt den Überzeugten dann auch davor, seinen Glauben begründen oder den Einwänden anderer zuhören zu müssen. Sie sagen einfach: „Du glaubst eben nicht.“

In den USA übernehmen Unterhaltungsbranche und Medien die Rolle der Vermittler; allerdings verschanzen sie sich hinter einem Monopol auf Ideologieproduktion und die fast automatische Herstellung von Differenzen. Es gibt Comedians, Fernseh- oder Radiomoderatoren, Prediger und andere, die allesamt leidenschaftlichen Eifer zu bieten haben – was natürlich einen eigenen konspirativen Diskurs von großer Intensität und Affektivität nach sich zieht.

Hierin liegt im Endeffekt das Problematische an „wahrheitsbasierten“ Medien: Genau genommen honorieren sie Ereiferung und lieben es, solch übersteigerte Emotionalisierung noch zu verstärken. Daher funktionieren Betriebe wie Fox News, Formate wie das Talkradio und so weiter allesamt für sich und schirmen sich von jeglicher Kritik und somit Dialog ab. Ebenso ist es selbstverständlich der Grund dafür, dass manche Programme der sogenannten „liberalen Medien“ ihre eigenen quasi-faschistischen Diskurse anheizen, die sie offiziell ablehnen und dennoch ununterbrochen verbreiten. Nach meinem Dafürhalten wirken alle Medien als Verstärker, unabhängig von ihrer politischen Ausrichtung. Wer immer dahintersteht: Es wird derjenige gewinnen, der die Intensität des leidenschaftlichen Eifers kontrollieren kann. Letztlich geht es darum, sich Gehör zu verschaffen; und die Rechten triumphieren oft darin, am lautesten zu sein.

Dies ist eine große Herausforderung für Progressive, weil zwar „Nummer 45“ abgewählt ist, der von ihm gesäte Diskurs jedoch bleibt. Schließlich sind die im ganzen Land präsenten Spiralen sozialer Spannungen weder beendet noch haben sie nachgelassen. Im Gegenteil, sie scheinen womöglich sogar zu wachsen. Befeuert wird dies durch das republikanische Nichteingeständnis der Wahlniederlage: Der gesamte Übergangsprozess fand statt, ohne dass der frühere Präsident sie einräumte. Solange dieser Einzelne und seine Unterstützer bei ihrer Überzeugung bleiben, er sei beraubt worden, wird sich diese weiter verstärken – ein Umstand, der noch für die kommenden Jahre Folgen haben könnte.

 

Nicht einmal Gott ist reif genug

 

Die schier endlosen Kriege der letzten 50 Jahre haben in den USA massenhaft ehemalige Soldaten hinterlassen, von denen viele wütend, traumatisiert, entfremdet und entrechtet sind. Tragischerweise haben diese Kriege auch andere hier lebende amerikanische Mitbürgerinnen unmittelbar beeinträchtigt, indem sie ihr vertrautes Umfeld, ihre Vorfahren oder ihre in den Konfliktgebieten lebenden Familien verloren. Die Schlacht um die Wahlkampfschilder in den Vorgärten von Garrison ist die symbolische Repräsentation dieser unzähligen Kriege – sie sind bis in den Hinterhof der Nation selbst eingedrungen.

Die Linderung der historisch bedingten und kürzlich hervorgebrachten inneren Leiden der US-Gesellschaft kann kaum durch Empathie allein erreicht werden: Schon die außerordentlich vielen Veteranen stellen eine Gefahr für die Sicherheit des Landes dar, das sie zunächst vermeintlich verteidigten. Hinzu kommt noch das „Sheriffs Movement“ [Constitutional Sheriffs and Peace Officers Association (CSPOA): eine politische Bewegung lokaler US-Polizeibeamter, welche sich als der konstitutionellen Staatsgewalt übergeordnet betrachten. (Anm. d. Red.)], selbst ein Erbe der Sklaverei und der Unterwerfung der Indigenen als historische Basis der heutigen USA. Deren Standpunkt legt nahe, einfache Bürger könnten ihren Willen per Selbstjustiz und mit Waffengewalt durchsetzen.

Insofern war das, was am 6. Januar 2021 wie eine chaotische Menge unvorbereiteter Menschen aussah, die durch Polizeibarrieren hindurchströmte, um ins Washingtoner Kapitol einzudringen, vielmehr ein koordinierter Angriff. Er wurde angeführt von ehemaligen Militärangehörigen, die durch Ad-hoc-Bürgerwehren unterstützt wurden, sich taktisch ausgerüstet an der Frontlinie vorankämpften und über Walkie-Talkies kommunizierten. Dabei stachelten sie Zivilisten dazu auf, das Gebäude zu betreten und selber Jedermann-Festnahmen durchzuführen. Die Bundesgerichte sind natürlich erst noch dabei nachzuweisen, dass diese „hausgemachten Terroristen“ auf der Grundlage von Tage oder gar Monate zuvor gemachten Plänen zusammenarbeiteten. Möglicherweise sind das Entfernen von Demokraten-Wahlschildern und die übermäßige Verstärkung der staatlich und polizeilich unterstützten Einschüchterungen seitens der Republikaner ein Anzeichen dieser Terrorisierung des gewöhnlichen Lebens.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Bedeutung jener Terrorisierung des Alltags womöglich erhellt wird durch eine Rassismus- Definition aus dem Buch der Geografin Ruth Wilson Gilmore mit dem Titel „Golden Gulag: Prisons, Surplus, Crisis, and Opposition in Globalizing California“ (2007): „Die staatlich gebilligte und/oder außerrechtliche Erzeugung und Ausnutzung gruppenbezogener Anfälligkeit für vorzeitigen Tod“ (S. 247). Vielleicht sind Empathie und Eifer lediglich zwei Seiten derselben Medaille, indem sie beide eine auf gesellschaftlicher Ebene wirkende Unterdrückung subjektivieren und so zu einer individuellen Angelegenheit machen. Gilmores Definition bietet hier den Vorteil, Empathie und Eifer (aus denen Rassismus hervortreten kann) von den sprachlichen, individualisierten und psychologisierten Varianten des Rassismus sowie von Vorurteilen, Meinungen etc. zu trennen. Im Grunde entpsychologisiert Gilmore Rassismus und auch den aktuellen sanatoriumsähnlichen Zustand der Gesellschaft. Darin liegt die Möglichkeit für zumindest kurze Momente des Aufatmens – während dieser Zustand gleichzeitig das Bewusstsein für die allgegenwärtigen Bedrohungen schärft.

Aus dem Englischen von Andrew Müller

Christian Nyampeta

Der in Ruanda geborene Künstler und Philosoph Christian Nyampeta arbeitet an der Schnittstelle von Kunst, Design und Theorie und erforscht so neue Wege des Zusammenlebens. Auch wirft sein Werk die Frage nach künstlerischen Strategien zur Dekolonisierung von Institutionen auf. Nach erfolgreichen Einzelausstellungen in New York und London werden seine Arbeiten mit How to live together (öffnet neues Fenster) 2021 in der GfZK in Leipzig ausgestellt.

How to live together

Die Arbeiten von Christian Nyampeta, seine Performances, Screenings, pädagogischen Programme und Publikationen, stehen im Zentrum des Projekts „How to live together“ der Leipziger Galerie für Zeitgenössische Kunst. Gemeinsam mit zahlreichen renommierten Experten in Leipzig, Frankfurt, Köln und Kigali (Ruanda) will die GfZK erproben, wie Nyampetas künstlerische Strategien zur Dekolonisierung von Institutionen beitragen und welche neuen Formen der interdisziplinären Zusammenarbeit an der Schnittstelle von Kunst und Philosophie etabliert werden können. Kern des Projekts ist die Ausstellung in der GfZK, in welcher der Künstler einen neuen Film präsentiert, der auf Archivmaterial von kolonialen Akteuren des Deutschen Reichs in Ostafrika beruht. Die Ausstellung stellt eine erweiterte Wiederaufführung von Nyampetas „École du Soir“ dar und wird durch ein kollektiv gestaltetes öffentliches Veranstaltungsprogramm ergänzt, zu dem Nyampeta Künstlerinnen und Theoretiker nach Leipzig einlädt, um sich u. a. mit Themen des Postkolonialismus auseinanderzusetzen. Daneben werden eine ortsspezifische Variation der Leipziger Ausstellung in Kigali, ein Filmprogramm im Rautenstrauch-Joest-Museum und ein Symposium in der Frankfurter Goethe-Universität veranstaltet.

Magazin bestellen

Das Magazin der Kulturstiftung erscheint halbjährlich und will einen aktuellen und facettenreichen Einblick in die Arbeit der Kulturstiftung des Bundes geben. Sie können es kostenfrei ab der aktuell lieferbaren Ausgabe bestellen, wenn Sie uns Ihre Adresse mitteilen.

Gern liefern wir Ihnen auch ältere Ausgaben des Magazins, sofern die gewünschte Ausgabe noch verfügbar ist. Folgende Ausgaben des Magazins sind bereits vergriffen und können leider nicht mehr geliefert werden: 4, 15, 19, 20, 24, 26, 30 und 31.

Adressdaten ändern

Wenn Sie Ihre Adressdaten korrigieren oder ändern möchten, schicken Sie uns bitte eine E-Mail mit den geänderten Kontaktdaten (alte und neue Adresse) an:

magazin​(at)​kulturstiftung-bund.de

 

Magazinarchiv